"AirBnBee" - Ein Zuhause für Insekten

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Im Rahmen unseres LF12-Projekts haben wir (Katharina, Laura, Melissa,

Lukas und Dominik aus der VM22b) uns mit dem Thema Insektenschutz

beschäftigt und uns dazu entschieden, ein eigenes Insektenhotel zu bauen.

Ziel unseres Projekts ist es, auf die Bedeutung von Insekten für unsere Umwelt aufmerksam zu machen und gleichzeitig durch den Bau eines

Insektenhotels einen kleinen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Viele Insektenarten finden heutzutage immer seltener geeignete Lebensräume. Mit unserem Insektenhotel möchten wir ihnen einen geschützten Rückzugsort bieten und gleichzeitig zeigen, wie einfach jeder selbst etwas für den Schutz der Natur tun kann.

 

Warum Insekten für unsere Umwelt unverzichtbar sind

Ein zentraler Beitrag von Insekten ist die Bestäubung von Pflanzen. Bienen, Schmetterlinge, Fliegen und viele andere Insekten sorgen dafür, dass Blüten befruchtet werden, wodurch Früchte und Samen entstehen. Damit sichern sie einen großen Teil unserer Lebensmittel, denn ohne diese Leistung gäbe es deutlich weniger Obst, Gemüse und auch weniger Pflanzenvielfalt.

Auch im Boden übernehmen Insekten wichtige Aufgaben. Käfer und Ameisen lockern die Erde auf und helfen dabei, abgestorbene Pflanzenreste abzubauen. So werden Nährstoffe wieder in den Boden

zurückgeführt und die Natur bleibt im Gleichgewicht. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die natürliche Schädlingskontrolle. Insekten wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven fressen große Mengen an Blattläusen und schützen Pflanzen dadurch ganz ohne chemische Mittel, was besonders in der Landwirtschaft ein großer Vorteil ist. Außerdem sind Insekten ein fester Bestandteil der Nahrungskette. Viele Tiere wie Vögel, Igel oder Fledermäuse sind auf sie als Nahrungsquelle angewiesen. Wenn Insekten verschwinden, hat das daher Auswirkungen auf viele weitere Tierarten

Warum die Zahl der Insekten immer weiter zurückgeht

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Insekten stark gesunken. Eine bekannte Studie des

Entomologischen Vereins Krefeld zeigt, dass die Biomasse fliegender Insekten in Deutschland innerhalb von rund 30 Jahren um etwa 75 Prozent zurückgegangen ist.

Ein wichtiger Grund dafür ist die intensive Landwirtschaft. Pestizide und Herbizide schädigen Insekten direkt oder zerstören ihre Nahrungsgrundlagen. Besonders Insektizide wie Neonicotinoide wirken wie Nervengifte und beeinträchtigen Überleben und Fortpflanzung der Tiere.

Auch der Verlust von Lebensräumen spielt eine große Rolle. Durch Städte, Straßen und intensive

Landwirtschaft verschwinden natürliche Flächen, die Insekten zum Leben brauchen. Monokulturen bieten zudem kaum Nahrung oder Schutz.

Der Klimawandel verschärft das Problem zusätzlich. Höhere Temperaturen, längere Trockenzeiten und verschobene Jahreszeiten führen dazu, dass viele Insekten nicht mehr die passenden

Lebensbedingungen finden. Selbst in Schutzgebieten ist der Rückgang sichtbar, da Schadstoffe aus der Umgebung weiterhin in diese Bereiche gelangen.

Insgesamt gehen Wissenschaftler davon aus, dass weltweit jedes Jahr ein großer Teil der

Insektenpopulation verloren geht. Einige Studien sprechen von einem Rückgang von etwa 1 bis 2,5

Prozent pro Jahr.

Warum Insektenhotels heute so wichtig sind

Insektenhotels leisten heute einen wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Tierwelt. Durch die

moderne Landwirtschaft, den Einsatz von Pestiziden, die zunehmende Verstädterung und den Verlust

natürlicher Flächen finden viele Insekten immer seltener geeignete Lebensräume. Blühwiesen, alte

Bäume, Mauerritzen und andere natürliche Rückzugsorte verschwinden zunehmend durch Bebauung und intensive Flächennutzung.

Ein Insektenhotel schafft deshalb wichtige Ersatzlebensräume für Insekten und bietet ihnen einen

geschützten Nistplatz, Rückzugsort sowie teilweise auch eine Überwinterungsmöglichkeit.

Besonders Wildbienen nutzen die verschiedenen Materialien im Insektenhotel, um dort ihre Brut

abzulegen. Dadurch wird nicht nur einzelnen Insektenarten geholfen, sondern auch das ökologische

Gleichgewicht unterstützt.

Zwar kann ein Insektenhotel nicht alle Probleme lösen, dennoch bietet es den Tieren einen sicheren

Lebensraum und stellt damit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Naturschutz dar. Besonders in

Gärten mit heimischen Pflanzen und vielen Blüten können Insektenhotels dazu beitragen, die

Artenvielfalt langfristig zu erhalten.

Wer zieht ins „AirBnBee“ ein

Welche Insekten ein Insektenhotel besiedeln, hängt vor allem vom verwendeten Füllmaterial ab.

Unterschiedliche Insektenarten benötigen verschiedene Nist- und Rückzugsmöglichkeiten. Während

Wildbienen und Wildwespen bevorzugt Pflanzenstängel, Schilfrohre oder angebohrtes Hartholz nutzen, fühlen sich Florfliegen, Ohrwürmer und Marienkäfer eher in Holzwolle, Stroh oder Zapfen wohl. Schmetterlinge bevorzugen dagegen dünne Äste als geschützten Rückzugsort.

 

Je nach Aufbau und Füllung können sich unter anderem folgende Insekten in einem Insektenhotel

ansiedeln:

Zimmer frei! Ein Blick auf den Bau unseres Insektenhotels

Mit einem selbstgebauten Insektenhotel können Sie heimischen Insekten einen geschützten Lebensraum bieten und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten. Falls auch Sie ein eigenes Insektenhotel bauen möchten, erfahren Sie im Folgenden, welche Materialien dafür benötigt werden, wie der Bau Schritt für Schritt funktioniert und worauf beim richtigen Standort geachtet werden sollte.


Benötigte Materialien:

  • 4 Bretter aus Fichtenholz
    (jeweils 75 x 12,5 x 1,4 cm)
  • 1 Fichtenholzlatte
    (58,5 x 4,7 x 2,3 cm)
  • 1 Rückwand aus Birkensperrholz
    (75 x 38 x 0,4 cm)
  • Dachpappe (72,5 x 15 cm)
  • 32 Schrauben (3 x 35 mm)
  • ca. 50 Nägel (1,2 x 20 mm)
  • Tackerklammern
  • Drahtgitter
  • Füllmaterial nach Wahl

 

Benötigtes Werkzeug:

  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Akkuschrauber mit Zubehör
  • Schleifmaschine
  • Elektrotacker
  • Seitenschneider

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Bau

Schritt 1: Holzbretter zuschneiden

Im ersten Schritt werden die vier Fichtenholzbretter (jeweils 75 x 12,5 x 1,4 cm) mithilfe der Kapp- und Gehrungssäge auf die benötigten Maße zugeschnitten. Für das Dach werden dabei Bretter mit den Maßen 33,6 cm und 35,0 cm zugeschnitten. Zusätzlich werden für die Außenwände zwei Bretter mit einer Länge von jeweils 35,0 cm vorbereitet. Daraufhin folgen zwei Bretter mit den Maßen 34,2 cm, die später als Boden sowie als Zwischenverstrebung unter dem Dach dienen. Abschließend werden noch Bretter mit den Maßen 47,0 cm und 22,8 cm für die inneren Zwischenverstrebungen zugeschnitten.

 

 

Schritt 2: Bretter auf Gehrung zuschneiden

 

Im zweiten Schritt werden die beiden Außenwände mit einer Länge von jeweils 35,0 cm sowie die inneren Zwischenverstrebungen mit den Maßen 47,0 cm und 22,8 cm mithilfe der Kapp- und Gehrungssäge auf Gehrung zugeschnitten,
damit die einzelnen Teile später sauber und passgenau zusammengesetzt
werden können.

Schritt 3: Löcher vorbohren und Rahmen verschrauben

Im dritten Schritt werden die Löcher zum Verschrauben mithilfe des Akkuschraubers und eines 3-mm-Bohrers vorgebohrt. Anschließend werden die Außenwände (2x 35,0 cm), der Boden (34,2 cm) sowie die Zwischenverstrebung unter dem Dach (34,2 cm) miteinander verschraubt, sodass der Rahmen des Insektenhotels entsteht. Für diesen Schritt werden insgesamt 12 Schrauben verwendet, wobei jede Verbindung mit jeweils drei Schrauben befestigt wird.

Schritt 4: Zwischenverstrebungen einsetzen

Im vierten Schritt werden die inneren Zwischenverstrebungen (47,0 cm und 22,8 cm)

zunächst mithilfe eines 3-mm-Bohrers vorgebohrt und anschließend mit drei Schrauben miteinander verbunden. Die fertige Konstruktion wird danach in den bereits montierten Rahmen eingesetzt. Durch den passgenauen und festen Sitz der Zwischenverstrebungen

im Rahmen sind keine zusätzlichen Schrauben zur Befestigung erforderlich.

Schritt 5: Dach zusammensetzen
Im fünften Schritt werden die beiden Dachbretter mit den Maßen 35,0 cm und 33,6 cm zunächst mithilfe eines 3-mm-Bohrers vorgebohrt und anschließend mit drei Schrauben miteinander verbunden.

Schritt 6: Dach montieren

Im sechsten Schritt wird das Dachkonstrukt mit dem Rahmen verbunden. Dafür wird auf beiden Seiten des Dachs zunächst mit einem 3-mm-Bohrer vorgebohrt.

Anschließend wird das Dach auf jeder Seite mit vier Schrauben am Rahmen befestigt, sodass insgesamt acht Schrauben für diesen Schritt benötigt werden.

Schritt 7: Rückwand zuschneiden und montieren

Im siebten Schritt wird die Rückwand aus Birkensperrholz mithilfe der Kapp- und Gehrungssäge zugeschnitten. Dabei hat sie eine Breite von 37,0 cm, eine Seitenwandhöhe von 35,6 cm und eine Gesamthöhe bis zur Dachspitze von 54,1 cm. Der Winkel an der Dachspitze beträgt 90°. Anschließend wird die Rückwand auf der

Rückseite des Insektenhotels positioniert und mithilfe eines Elektrotackers mit Nägeln an der bisherigen Konstruktion befestigt. Die Anzahl der Nägel kann dabei variieren, je nachdem, wie stabil die Konstruktion befestigt werden soll; empfehlenswert sind etwa

50 Nägel.

Schritt 8: Insektenhotel abschleifen

Im achten Schritt wird das gesamte Insektenhotel gründlich abgeschliffen. Dadurch werden scharfe

Kanten und raue Stellen entfernt. Das Abschleifen ist besonders wichtig, damit sich die Insekten später nicht verletzen. Vor allem scharfe Kanten können die Flügel der Insekten beschädigen und dadurch die Nutzung des Insektenhotels beeinträchtigen.

Schritt 9: Aufhängung befestigen

Im neunten Schritt wird die Aufhängung für das Insektenhotel vorbereitet. Dafür wird in die Fichtenholzlatte (58,5 x 4,7 x 2,3 cm) zunächst mithilfe eines 8-mm-Bohrers ein Loch gebohrt, damit das Insektenhotel später aufgehängt werden kann. Anschließend

wird die Fichtenholzlatte an der Rückwand des Insektenhotels befestigt. Dafür werden die Löcher zunächst mit einem 3-mm-Bohrer vorgebohrt und die Latte danach mit insgesamt sechs Schrauben an der Rückwand verschraubt.

Schritt 10: Insektenhotel befüllen und Drahtgitter befestigen

Im zehnten Schritt wird das Insektenhotel mit verschiedenen natürlichen Materialien befüllt. Dafür

eignen sich unter anderem Bambusröhrchen, Hartholz (mit Bohrlöchern von 3-9 mm Größe),

Kiefernzapfen und Holzwolle. Die Materialien werden gleichmäßig in den einzelnen Fächern verteilt.

Anschließend wird auf der Vorderseite ein Drahtgitter mithilfe von Tackerklammern befestigt. Das

Drahtgitter dient als Schutz für die Wildbienen und verhindert, dass Vögel wie Spechte oder Meisen an die Brut gelangen.

Schritt 11: Dachpappe befestigen
Im elften und letzten Schritt wird auf dem Dach des Insektenhotels Dachpappe (72,5 x
15 cm) befestigt. Sie schützt das Insektenhotel vor Nässe und anderen Witterungseinflüssen und sorgt dafür, dass das Holz langlebiger bleibt. Zusätzlich hilft die Dachpappe dabei, die Temperatur im Inneren des Insektenhotels besser zu
regulieren und dadurch gute Lebensbedingungen für die Insekten zu schaffen. Die Dachpappe wird mithilfe von Tackerklammern am Dach befestigt. Damit ist das Insektenhotel fertig und kann an einem geeigneten Ort aufgehängt werden

Der richtige Standort:
➢ Ausrichtung nach Süden
➢ Schutz vor Wind und Regen bieten
➢ An einem gut sichtbaren Ort aufstellen
➢ Einflugschneise freihalten
➢ Vögel fernhalten
➢ Für nahegelegene Futter- und Wasserquellen sorgen
➢ Mindestens 50 Zentimeter über dem Boden

Ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung

Unser Projekt zeigt, dass es oft gar nicht viel braucht, um einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Mit wenig Aufwand und geringen Kosten kann jeder etwas bewirken und Insekten aktiv unterstützen. Gerade ein Insektenhotel ist eine einfache Möglichkeit, heimischen Insekten einen wichtigen Lebensraum zu bieten und so die Natur ein Stück weit zu schützen.

Wir hoffen, dass wir euch das Thema näher bringen konnten und euch vielleicht sogar motivieren

konnten, selbst aktiv zu werden und ein eigenes Insektenhotel zu bauen. Denn schon kleine Maßnahmen können gemeinsam einen großen Unterschied machen.